Don`t need your dancefloor to keep on ravin`

bekam ich eben geschickt:

- Warum wir in der K9 keine Partys feiern

What happened. ..

Bereits im November schrieben wir, eine Berliner Partygruppe, die K9 an, um uns nach möglichen freien Terminen für Solipartys zu informieren. Die K9 antwortete, sie seien auf der Suche nach einer Gruppe die regelmäßig Partys in der K9 veranstaltet und luden zum Plenum ein. Eine Vertreterin unserer Gruppe zählte auf die Frage, für wen die Gruppe sich vorstellen könnte Partys zu veranstalten, den Ca-Ira-Verlag, die Konferenz des Bündnis gegen Appeasement, die Hummel-Antifa auf. Seitens der K9 gab es keinerlei Einwände. Als einzige Gruppen zu deren Gunsten nach Aussage der K9 keine Partys erwünscht sind wurden Parteien aufgezählt.
Wir stellten daraufhin ein Konzept für drei Partys auf und sendeten es der K9 zu- das Bündnis gegen Appeasement wurde auch hier ganz konkret als Solizweck für eine Party am 1.2. genannt. Von der K9 kam als Antwort, man habe uns alle drei Termine reserviert. Mitte Dezember wurde an die K9 der Text für deren Veranstaltungsinfo gesendet inklusive des fertigen bookings, dass von Seiten der K9 aus mindestens 6 Wochen vor der Party feststehen sollte.
Mitte Januar bekamen wir eine knappe E-mail, in der mitgeteilt wurde, die K9 möchte das Bündnis gegen Appeasement nicht unterstützen. Die Werbung solle gestoppt werden und es wurde zum Hausplenum zitiert.
Etwas verwirrt teilten wir der K9 mit, dass ein Werbestopp angesichts 5000 öffentlich ausliegender Flyer schwierig wäre, dass es eine Zusage für die Party gab und bereits DJ`s gebucht sind. Gleichzeitig wurde bemerkt, dass wir als Partyveranstalter weder das Bündnis gegen Appeasement sei noch für dieses sprechen können und wollen und eventuelle Probleme mit dem Bündnis doch mit diesem zu klären wären.

Als Antwort kam wiederholt nur der knappe Verweis auf das Hausplenum, denn man wolle über den ganzen Komplex, dass wir als Gruppe Partys in der K9 veranstalten wolle reden. Völlig im unklaren, was das Problem ist fanden sich Vertreterinnen unserer Gruppe auf dem Hausplenum ein. Es ging jedoch nicht, wie man eigentlich erwarten könnte darum, dass die K9 sich entschuldigte und wie jedem eigentlich klar sein dürfte sicher nicht an der fixen Idee festhält, eine fertig geplante Party zu der sie mehrfach zugestimmt haben genau dann zu canceln, wenn die Werbung gedruckt und verteilt ist.

It`s not about „gute laune“…


Der Sinn des Plenums war nach Aussage der K9 man wolle feststellen, ob man besagter Partygruppe „vertrauen“ könne. Konkret bedeutete dies, dass sich die anwesenden Vertreterinnen unserer Gruppe plötzlich in einer gesinnungspolitischen Fragerunde wiederfanden , deren Titel „Nun gebt doch endlich zu, dass ihr fiese antideutsche seid“ lautete. Obwohl wir mehrfach betonten, dass wir lediglich eine Partygruppe sind, die zur Hälfte aus DJ´s bestehe und uns nicht als Gruppe als solche politisch äußern wollen und können wurde beständig versucht, eine Stellungnahme zum Bündnis gegen Appeasement zu erringen.
Aussagen wie, man habe sich aus Interesse für das Thema die Konferenz als Solizweck ausgesucht wurde, genügten nicht, denn schließlich wollte die K9 auf mehr hinaus. Hinter der Einstellung, man könne sich doch eine Konferenz angucken und die Diskussion über das Thema suchen wurde gleich eine Parteinahme gewittert. Entweder völlige Distanzierung oder das Geständnis man sei doch eigentlich selber so drauf wie die das Bündnis- nämlich Kriegstreiber!
Ganz abgesehen davon, dass der diffuse Vorwurf der Kriegstreiberei in keiner Weise belegt werden konnte verwunderte doch sehr das Ausmaß in dem besagten Bündnis eine enorme Machtstellung in der Weltpolitik zugeschrieben wurde. So hatten die Vertreterinnen unserer Gruppe das Gefühl sie hätten keine Party geplant sondern wären mit dem Panzer an der iranischen Grenze aufgefahren.

Beständig wurde eine Angewiesenheit unserer Gruppe von der K9 suggeriert und anwesende Hausis fanden es wahrscheinlich auch noch fürchterlich nett, schließlich möchte man ja nur reden und gebe netterweise der Gruppe noch eine Chance zur Läuterung.
In ihrer Strukturarroganz kam besagtes Hausplenum nicht mal ansatzweise auf die Idee, dass es überhaupt nie eine Angewiesenheit von der K9 gab, schließlich gibt es in Berlin auch noch wesentlich mehr Möglichkeiten zu feiern als im Friedrichshainer Südkiez. Letzten Endes hätte man sich rechtzeitig um andere Räumlichkeiten kümmern können oder überlegen können die Party für einen anderen Zweck zu machen. Für die K9 aber alles kein Grund. So gab das Hausplenum auch munter zu, dass man sehr wohl schon seit Mitte Dezember wußte, dass die Party nicht stattfinden wird, sah aber weder den Anlass dies der veranstaltenden Gruppe mitzuteilen noch festzustellen, dass die einzig akzeptable Lösung ein Stattfinden wie angefragt sein kann.
Das einzige was verhandelt werden sollte war, wie die Party am 1.2. zu ändern wäre, damit es der K9 genehm ist und unter welchen Optionen besagte Gruppe überhaupt in der K9 Partys veranstalten darf. Die Entscheidung wurde uns nach interner Diskussion per Mail mitgeteilt.


Don`t fuck with the DJ`s !


Immer noch im festen Glauben, es handele sich um ein paar Jugendliche die man wieder auf den linken Weg zurück führen müsste zückt sie den sozialpädagogischen Masterplan und fordert den gesinnungspolitischen Praxistest. So teilten uns die Friedrichshainer Super-Nannys mit man habe sich zu folgendem Konsens geeinigt: Die Party soll zu Gunsten des EA stattfinden, WEIL: Der EA unterstütze z. Zt. Antimilitaristen und nur so könne nach Ansicht des Hausplenums eine glaubwürdige(!) Distanzierung von den „Kriegstreibern“ erreicht werden. Gleichzeitig wolle die K9 am gleichen Abend durch Flyer oder Gespräche ihre Position zum Bündnis klar machen.
Man hofft wohl immer noch, auf diese Weise uns zu einem Bekenntnis zu bewegen oder wahlweise einen politischen Läuterunsprozess einleiten zu können. Als hätten die 57 Rosenkränze die wir aus Reue jetzt täglich beten nicht schon gereicht… Es ist an sich schon eine Unverschämtheit Gruppen den Solizweck vorschreiben zu wollen, vor dem konkreten Hintergrund scheint die K9 ihren Zweitnamen „Größenwahn und Leichtsinn“ als einzigen Inhalt erkoren haben.

4/4? -not in this squat!


Wir haben die Faxen dicke und werden unsere Partys nicht in der K9 veranstalten. Bis jetzt wissen wir noch nicht, ob wir die Unkosten für Flyer und die Aufwandsentschädigung für die DJ`s, die sich ja den Abend schließlich freigehalten haben, von der K9 bekommen. Wir finden es mehr als nur angebracht.
In dem Sinne- Trotz des Stresses hoffen wir euch bald mit unseren Partys erfreuen zu können!


7 Antworten auf “Don`t need your dancefloor to keep on ravin`”


  1. Gravatar Icon 1 rudy 23. Januar 2008 um 21:46 Uhr

    immer wieder und fast überall die gleiche scheisse.
    wünsche der gruppe die fettesten partys für die zukunft!

  2. Gravatar Icon 2 Anonymes Wiesel 23. Januar 2008 um 23:57 Uhr

    Solidarität mit der K9! Kein Appeasement gegenüber Kriegstreibern!

  3. Gravatar Icon 3 sitzraver 24. Januar 2008 um 1:18 Uhr

    „Anonymes Wiesel“ = spambot?

  4. Gravatar Icon 4 Anonymes Wiesel 24. Januar 2008 um 2:43 Uhr

    Nee. Aber im planet kann man sehen, wo überall cross-gepostet wird. Da hab ich mich auch mal zu einer cross-posting maßnahme entschieden. Ausnahmsweise. Soll nicht zur Gewohnheit werden.
    Meinen ausführlichen Kommentar findest Du beim Scheckkartenpunk.

  5. Gravatar Icon 5 Crimey MacLawbreakerson 30. Januar 2008 um 12:39 Uhr

    wieso nicht einfach auf die forderungen eingehen und auf der party ne israelfahne aufhängen? das hätte attitüde! :d

  6. Gravatar Icon 6 groessenwahn 01. Februar 2008 um 1:08 Uhr

    Stellungnahme zur Absage der Party am 1.2.
    (Gruppe „riotrabbitrave“)

    Die K9 stellt die Veranstaltungsräume Größenwahn und Leichtsinn bewusst einem sehr breiten Spektrum linker Gruppen für ihre Arbeit zur Verfügung. Wir verstehen die Räume weniger als unsere Hausetagen sondern vielmehr als öffentliche Räume. Andererseits wird der Betrieb dieser Räume und der Veranstaltungen nur durch das erhebliche zeitliche und finanzielle Engagement der Hausbewohner_innen aufrecht erhalten, die darüber auf Hausplenum im Konsens entscheiden.
    Im Fall der Party zur Refinanzierung der Konferenz „Der Westen und der iranische Krieg gegen Israel“ (Veranstaltet vom „Bündnis gegen Appeasment“) haben wir Einwände erhoben.
    Wir haben dazu folgende inhaltlichen Widersprüche:
    Die Ankündigung der Konferenz und die Abstracts der Beiträge rufen zu einer militärischen Intervention im Iran auf. Mehr noch: Sie unterstellen jeder und jedem, der oder die gegen diese (Art der) Intervention ist, Israel „preiszugeben“ und antisemitisch zu sein.
    Mit dem Begriff „Appeasement“ wird eine Parallele zu den internationalen Beziehungen vor dem 2. Weltkrieg konstruiert. Wir plädieren für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg, die die jeweiligen politischen, historischen und sozialen Bedingungen mit einbezieht, nicht für die Vereinfachung komplexer Probleme mit markigen Schlagworten.
    Die Ankündigungstexte sind in einer populistischen Weise formuliert und weisen einen Grad der Undifferenziertheit auf, von dem wir uns deutlich distanzieren. Iran, Islam und Islamismus werden dabei gleichgesetzt (Welche „Erdölkonjunktur des Islam“???, welche „islamischen Banden“???).

    Die Gruppe „riotrabbitrave“ war leider nicht bereit mit uns inhaltlich über diese Bedenken zu diskutieren, oder sich klar zu den Inhalten der Konferenz zu positionieren. Eine solche Auseinandersetzung mit Soli- Inhalten erwarten wir im Zweifelsfalle aber von den Gruppen die unsere Räume nutzen.
    Aufgrund unserer Bedenken haben wir vorgeschlagen, die Party alternativ zugunsten des Berliner Ermittlungsausschusses stattfinden zu lassen, der derzeit u.a. von Repression betroffene Antimilitaristen unterstützt. Des weiteren haben wir der Gruppe angeboten, andere bei uns geplante Veranstaltungen weiterhin stattfinden zu lassen (Soli für die Hummel Antifa und das La Casa).
    Dieser Vorschlag ist das Ergebnis einer langen und kontroversen Kompromisssuche auf unserem Hausplenum, die einerseits dem Bedürfnis nach einer klaren Distanzierung (Absage der Party) und andererseits der Situation der Veranstaltergruppe (erst nach erfolgter Zusage geäußerte Einwände gegen den Solizweck seitens des Hauses, Wertschätzung der schon geleisteten Arbeit und des finanziellen Aufwands) nachkommen wollte.
    Die Gruppe hat diesen Vorschlag leider abgelehnt. Wir bedauern diese Entscheidung und werden uns daher an den Entstanden Unkosten (Flyer) der Veranstalter beteiligen.

    K9

  1. 1 Dear Devohrah… | Reiten, lesen, Freund_innen treffen Pingback am 24. Januar 2008 um 17:07 Uhr
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