Archiv für April 2008

Den Chef hats erwischt

Wir trauern um Albert Hofmann

Der Vater des LSD sowie der Psilocybinbforschung, Albert Hofmann, ist im gesegneten Alter von 102 Jahren in Burg/Schweiz gestorben. Albert Hofmann entdeckte 1943 zufällig die halluzinogene Wirkung von LSD und bereiste in den 1950er Jahren Mexiko, um zusammen mit dem amerikanischen Pilzexperten Wasson die genaue Zusammensetzung und Wirkungsweise von Psilocybin zu erforschen. Dr. Hofmann hat sich im Laufe seines Lebens immer wieder sehr sachlich und auch kritisch mit den Nutzen und Gefahren seinen Entdeckungen auseinandergesetzt und zeitlebens vor sowohl vor der Verteufelung als auch vor der Verherrlichung von LSD, Psilocybin oder anderen Halluzinogenen gewarnt.

albert doppelt beträufelt

Falko Brocksieper: Heavy Day (sub static)

heavy day

In seiner Techno-Sozialisation haben Köln, Detroit, Chicago und Frankfurt
eine große Rolle gespielt, und Sub Static war aus seiner Perspektive nie ein
klassisches Minimal-Label. Der Minimalismus als Grundidee hat heute nichts
Revolutionäres mehr und muss somit auch nicht mehr als Forschungsfeld von
Techno-Intellektuellen betrachtet werden. Frequenzen sind Schweine, das weiß
jeder Audio-Autodidakt. Musik machen ist harte Arbeit an der analytischen
Front, jeder Takt nur ein kleiner Raumgewinn. Und so hat sich nun auch Falko
Brocksieper nach einer beträchtlichen Zahl von EP’s und Remixen an seinem
verflixten zweiten Album abgearbeitet. Auf „Heavy Day“ herrscht er souverän
über Melodei und Getrommel und überführt alles stets in diesen luftig
funkenden Mitmuss-Groove, der sein Markenzeichen ist. Im Einklang mit
definitiven Floor-Schiebern wie „Lament“ und „The Whole Story“ gibt es hier
aber auch eine gehörige Portion organischen Orgel-House, gezupften
Geigen-Techno und gerührte Dubtronica – „Suspect“ ist großartig! Neben den
Maschinen diesmal mit dabei: Richard Davis, Big Bully und Mia, mit
Grammy-reifen Darbietungen ihrer Kehlenkünste, so schwärmerisch wie
fokussiert, ins Blaue auf den Punkt, von erfahrener Hand über den Beat
gespannt. Alles in allem also ein sehr grooviges Album, was mal wieder
Minimalisten, Puristen und Dancefloor-Opportunisten gleichermaßen glücklich
macht. Die geschmackliche Hintertür ist dabei immer offen.

VÖ: 12.05.2008

http://www.myspace.com/falkobrocksieper
http://www.sub-static.de
http://www.wordandsound.net/

:)

antidepressiva

Subsonic Park: Inner City Codes (elektrolux)

subsonicpark

Alex Azary und Gabriel Le Mar sind dem Musikliebhaber hinlänglich durch ihre
Arbeiten bekannt. Mit dem brandneuen Projekt Subsonic Park schlagen die
beiden die Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
elektronischer Musik, denn hier wird man stark an Pioniere wie Klaus Schulze
oder Tangerine Dream erinnert, die eine ähnliche hypnotische Wirkung mit
ihrer Musik erzeugten. „Inner City Codes“ versteht sich als Schnittstelle
zwischen den repetitiven Klangmustern der urbanen Club-Culture, der Deepness
von Dubsequenzen, moderner Technologie, Architektur und Design. Die zehn
kraftvollen Tracks überzeugen auch ohne Drummings und verbreiten nahtlos
gemixt eine förmlich vibrierende Motorik. „X-Ident“ kickt mich enorm. Deeper
Ambient Dub-Tech mit einem modernen Soundgerüst und doch ästhetisch
anknüpfend an die Produktionen von Aural Float, mit denen Elektrolux im
Jahre 1995 gestartet war. Subsonic Park ist außerdem eine Verbeugung vor
ihren musikalischen Wurzeln wie der Basic Channel-Serie, Luke Slaters 7th
Plain-Releases, sowie von Carl Craig’s frühen Produktionen auf Retroactive
bis zu diversen Underground Resistance Releases. Insgesamt ein entspanntes
und trotzdem abwechslungsreiches Album, das dem hohen Anspruch an das Label
jederzeit gerecht wird. „Peaktime- Chill“, wie Azary und Le Mar
augenzwinkernd anmerken. Wer von dieser Soundästhetik nicht genug bekommen
kann, ist mit „The Beatless Collection Vol.1“, die auch in Kürze erscheint,
bestens bedient.

VÖ: 18.04.2008

http://www.myspace.com/subsonicpark1
http://www.elektrolux.com/

donnerstags fängt das wochenende an…

jetzt nochn bisschen Zak McKracken und heute abend dafür sorgen das deutschlands trümmerfrauen auch in zukunft wieder was zu tun haben:

bratze juri gagarin