Archiv für Juni 2008

Crystal Castles – Alice Practice

Christopher D Ashley: Cruel Romantics (Sunday best)

sluttish warehouse

„Sluttish warehouse electro from London’s coolest new producer” heisst es in der NME. „Pop with a hint of Depeche Mode meets Warp Records“, schreibt IDJ. Und dass Christopher D Ashley ein Vertreter der neuen New Romantics-Retro-Welle ist, hört man bei seinem Debut Album „Cruel Romantics” sofort, allerdings beinhaltet seine Musik nicht die Basildon Synth-Muster eines Vince Clarke, was aber auch nicht so schlimm ist. Zu seinen grössten Fans gehören Andrew Weatherall & Keith Tenniswood, und letzterer spielt sogar in Ashleys Liveband mit. Bei meinen Recherchen komme ich bei derartigen Alben immer auf abstruses Halbwissen, man wolle hier das Ganze als Mischung aus Achtziger und Hot Chip verkaufen wollen und man solle doch besser auf Fischerspooner auf der einen Seite und echten Indie-Gitarren Bands auf der anderen Seite zurückgreifen. Kann das beim besten Willen nicht nachvollziehen, da wir nunmal 2008 haben und Tracks wie „Sugar Coated Lies”, „Colour Of Truth”, „Another Way To Feel”, „We Are Shining”, „You And Me Bobby Sox” oder „Take Me” nicht nur Referenzen oder Reminiszenzen an die frühen 80er aufweisen, sondern auch die melancholischen Electro-Pop-Vibes dieser Zeit vermitteln. Ob das jetzt nach New Order oder Ultravox klingt oder nicht, überlasse ich den Chefanalytikern. Ich fühl’ mich bei den Songs einfach gut. Und das neunminütige Acid-Bass-Monster „We Ain‘t Through” wird wohl übrigens auch Fans der 90er zufrieden stellen.

VÖ: 30.05.2008

http://www.myspace.com/christopherdashley
http://www.myspace.com/sundaybestrecordings
http://www.christopherdashley.com/
http://www.sundaybest.net/

die falsche zeit für hedonistisches treiben

god lost control

Grossstadtgeflüster: Bis einer heult (chicken soup)

großstadtgeflüster

Seit 2003 bereichern Sängerin Jen Bender, Bassmonster Raphael Schalz und
Schlagzeuger Chriz Falk die deutschsprachige Musiklandschaft mit ihrem
rotzfrechen Elektro-Pop. 2006 erschien die erste Single „Liebe schmeckt gut“
von ihrem Debütalbum „Muss laut sein“, dessen Texte sich – oftmals in
hedonistischer Weise – um Themen wie Liebe, Sex, Feiern und persönliche
Freiheit drehen. „Ich muss gar nix außer schlafen, trinken, atmen und ficken
und nach meinen selbstgeschriebenen Regeln ticken“ wurde deort skandiert.
Mit dem zweiten Album geht es in völliger Eigenregie weiter „bis einer
heult!!!“. Beim Hören drängen sich ab und zu Vergleiche zu Paula, MIA oder
Wir sind Helden auf. Dennoch kann man der Berliner Tanz-Kapelle ihre
Eigenständigkeit nicht absprechen. Ihre Melange aus liebevollen Club-Tracks,
ironisch-intelligenten Texten und der sehr charmanten, gewohnt lasziv bis
sexy brodelnden Stimme von Jen bringt das Lebensgefühl selbstbewußter,
nichtstromlinienförmiger Querdenker auf den Punkt. Der Song „Lebenslauf“
vertont eine Problematik vieler Twens, „Du meckerst immer“ ist grossartig
amüsant, das dekadente „Los Dicker Tanz“ erinnert mich an Falcos geniales
„Titanic“, und geile Tracks wie „Ein guter Tag zum Weinen“, „Overdressed &
Underfucked“, „Rock’n’Roll Sexappeal“ und „Komm zu Mama“ sowie das
melancholische Outro bedürfen keiner Worte mehr. Genretechnisch bitte zu den
Sportsocken verschubladisieren. Grossstadtgeflüster ist übrigens auch gut
gegen Cellulite. IchBinHuiDuBistBuhDuBistSchubiIchBinDu …

VÖ: 30.05.2008
http://www.myspace.com/grossstadtgefluester
http://www.gsgf.de/
http://www.bassstadt.de/

deutschland bei nacht

deutschland bei nacht