Archiv der Kategorie 'bücher'

Irvine Welsh – Die Bettgeschichten der Meisterköche

welsh

die idee ist ja nicht neu.
welcher konsument hat sich nicht schon mal gedanken darüber gemacht wie er die unangenehmen folgen seiner exzesse
möglichst gering halten kann? die idee von no chocolate mit dem zweitkörper fand ich schon damals ganz nett.
ähnliche ideen verarbeitet irvine welsh in seinem neuesten roman welches ich in 5 anläufen ausgelesen habe.
zuviel darüber schreibe ich jetzt nicht, entweder man mag welsh, oder eben nicht. wie immer gibts viele exzesse, diesmal zum größten teil mit alk, etwas sex und ein bisschen gewalt.

American Skinhead


Der siebzehnjährige Alex Verdi lebt allein in Chicago. Tagsüber arbeitet er als Entschmierer in einer stinkenden Galvanisierungsfabrik, die trostlosen Nächte verbringt er in einem Zimmer beim YMCA. Alex‘ Familie ist zerrissen: Nach einer Drogenrazzia landen seine Eltern im Gefängnis, seine jüngere Schwester ist in einem Kinderheim. So glaubt Alex jedenfalls, denn aus Angst, gegen ihn selbst bestehe ein Haftbefehl, traut er sich nicht, das Schicksal seiner Familie genauer zu erforschen.
Bei einem handgreiflichen Streit in der U-Bahn lernt Alex den Skinhead Timmy Penn kennen. Timmy und seine Gang sind mitnichten gleichzusetzen mit den Glatzköpfen die hierzulande das Bild prägen – Timmys Gang ist ein multikultureller Haufen, stolz auf ihre proletarische Herkunft, und haben nichts mit der Nazi-Ideologie zu tun. Im Gegenteil: Die erklärten Gegner sind Frank Pritzger und seine „Swazis“, wie die Nazi-Skins genannt werden.
Alex zieht zu Timmy und seiner Skin-Gang, die den Musikclub „The Gorgon“ betreiben und dort auch zusammen wohnen. Alex‘ Kopf wird rasiert und er wird Schritt für Schritt in die subkulturelle Welt der Skins eingeführt. Schließlich verliebt sich Alex in das schwarze Skin-Mädchen Marie.

quelle
interview mit Don DeGrazia

Rave Story – The Birth of a Nation

werd ich mir auf jeden fall reinziehen:

rave story

10.2007: Buch: Rave Story – The Birth of a Nation

Rave Story“Electrybe“ waren Anfangs der 90er Raves die erst um, und nach Durchsetzung des Criminal Justice Bill 1993, in London in Clubs wie dem Astoria statt fanden. Jetzt taucht der Name „Electrybe“ wieder auf: Otiz F Angel, damals Veranstalter der genannten Parties und später Producer und Clubbesitzer hat ein Buch geschrieben und seine Sicht der „Rave Story“ dokumentiert.

In dem Buch beschreibt er seinen Werdegang vom Raver, zum Promoter und Plattenproduzent bis hin zum Betreiber eines Clubs und dem Dasein eines Geschäftsmannes. Das Buch ist aufgrund von ausgiebiger Beschreibungen von „Violence, Sex & Drugs“ in England ab 18 Jahre freigegeben.

Mehr Infos zu „Rave Story“ und wie ihr an das Buch kommt findet Ihr auf der Webseite. Die deutsche Unterseite lest Ihr Euch besser nicht durch: Die Übersetzung wurde wohl automatisch erstellt, ist also sehr schlecht.

www.ravestory.com

„Im Rausch der Sinne“

Im Rausch der Sinne. Ecstasy-Kultur und Acid-House von Matthew Collin und John Godfrey (Taschenbuch – März 1998)

Mit der Annahme daß die Ecstacy-Kultur keine politische Dimension hat, weil sie nicht über ein Manifest und über eigene Slogans verfügt, daß sie keine Aussage hat oder aktiv der sozialen Grundordnung widerspricht, verkennt man ihre Natur. Eben dadurch, daß jegliche Dogmen fehlen, kommentiert sie die Gesellschaft der Gegenwart und gleichzeitig ist ihre sich ständige verändernde Manifestation – Raver kämpfen gegen die Polizei, damit sie zu einer Warehouse-Party gehen können, Verbrecher erschießen sich bei Fehden um den Drogenhandel in der Dance-Szene, Teenager-Girls zeigen sich halbnackt in Babydolls, Schwarzmarkthändler verkaufen Platten gleich vom LKW – auf dramatische Weise eine Darstellung der Zeiten in denen wir leben. Die Ecstacy-Kultur bietet ein Forum, in dem die Leute Geschichten über die Klassen-, Rassen- oder Geschlechterfrage, über wirtschaftliche Umstände oder Moral umsetzen können. Auch hier ist die Definition wieder der individuellen Interpretation unterworfen: Es könnte schlicht um den Spaß beim tanzen gehen, um Umweltbewußtsein, Rassen- und Klassenkonflikte, es könnte um die Auswirkungen des Drogenhandels gehen, um das sich verändernde Verhältnis der Geschlechter zueinander oder um das Wiedererstarken eines verlorenen Gemeinschaftsgefühls – all diese Themen sagen etwas aus über das Leben in den Neunzigern. Und die wenigen Male, wo wirklich eine offen geäußerte politische Meinung ins Spiel kam – um sich von bestimmten Zwängen zu befreien oder sich etwa den Schankgesetzen oder den internationalen Wirtschaftskräften, die die Freizeitindustrie kontrollieren, entgegenzustellen –, gab es sofort intensive Bemühungen, das wieder einzuschränken.

Eine spannend geschriebene „biographie“ der anfänge des acid-house und den einfluß der spaßdrops auf die bewegung. hab das buch vor jahren mal aus der bibliothek ausgeliehen, war mit eins der unterhaltsamsten sachbücher die ich gelesen habe.
wer die anfänge unserer rave-szene miterleben möchte ein muß.
sehr schön auch das kapitel über den „summer of love“, die zeit der illegalen outdoor-raves.
ein buch bei dem ich mir immer wieder wünsche inselaffe und ein paar jahre jünger zu sein.
geht im moment günstig auf ebay.